Ivette Löcker: Schön unkontrollierbar
Im Kino läuft jetzt Ivette Löckers preisgekrönte Dokumentation "Nachtschichten". Bei der Diagonale 2011 erhielt sie für diesen Film den großen Dokumentarfilmpreis.

Foto © DiagonaleIvette Löcker
Geboren in Bregenz, aufgewachsen im Lungau, seit ein paar Jahren in Berlin zu Hause. Dort drehte Ivette Löcker ihre Doku "Nachtschichten", für die sie 2011 den großen Dokumentarfilmpreis der Diagonale erhielt.
Beim Dokumentarfilm fühlt sich die ehemalige Studentin der Slawistik und Soziologie pudelwohl: "Man lernt Menschen kennen, die man sonst nie kennenlernen würde. Das ist ein Geschenk. Und ich liebe es, wenn sie zu erzählen beginnen. Das ist alles so schön unkontrollierbar."
Ihr Opus spielt in der Nacht, zeigt Jäger und Gejagte: "Ich wohne im Bezirk Kreuzberg, wo laut Liedtext die Nächte lang sind, und liebe es, nachts rauszugehen. Man muss da ganz anders mit seinen Sinnen umgehen als am Tag. Das finde ich sehr spannend."
Also beschloss sie, sich mit Kamera auf nächtliche Pirsch zu begeben: "Das mit den Jägern und Gejagten hat sich mir beim Recherchieren gezeigt. Ich habe dabei Menschen getroffen, die man in diese Kategorien einteilen kann, wobei oft nicht ganz klar ist, wer wer ist. Da bricht zum Beispiel einer in der Dunkelheit auf, um etwas zu suchen - und findet sich als Gejagter wieder, ohne dass er weiß, wie er dazu kommt. Derlei Dinge machen eben den Reiz der Nacht aus. Es gibt Menschen, die setzen sich dem bewusst aus, und das finde ich ziemlich mutig." LUDWIG HEINRICH











